Pressemitteilung
Selbständig nach der Flucht: ZfTI-Studie zeigt Herausforderungen für Gründer*innen
Essen, 18.03.2026 – Für viele Geflüchtete ist die Selbständigkeit ein wichtiger Weg in den Arbeitsmarkt. Doch dabei stehen Gründer*innen häufig vor strukturellen Hürden: Bürokratie, ein erschwerter Zugang zu Fördermitteln oder der Mangel an belastbaren Netzwerken.
Eine aktuelle Studie des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) untersucht die Herausforderungen von Geflüchteten bei Unternehmensgründungen. Grundlage sind die Erfahrungen aus dem Essener Modellprojekt START AB – Fachstelle für Information und Beratung von Gründungswilligen und Gründer*innen mit Fluchthintergrund (2022–2024). Im Rahmen des Projekts wurden in zwei Befragungen sowohl gründungswillige Personen als auch bereits selbstständige Unternehmer*innen mit Fluchthintergrund befragt.
Projektleiter Cem Şentürk kommt zu einem klaren Schluss: Bestehende Regelinstitutionen müssen langfristig geöffnet und migrationssensibel gemacht werden, um neue Zielgruppen effektiv zu erreichen. Spezifische Förderangebote können dabei unterstützen, sollten jedoch keine regulären Strukturen ersetzen. Bereits jetzt hat mehr als ein Viertel der Selbstständigen in Deutschland einen Migrationshintergrund.
„Nur durch migrationssensible Strukturen können Potenziale von Gründer*innen genutzt und stabile Unternehmensgründungen gesichert werden“, so Şentürk. Seine Studie sieht insbesondere im Bereich der Betriebsübernahmen bislang große ungenutzte Potenziale. Er betont: „Migrantisches Unternehmertum ist längst Realität – nun muss die Wirtschaftsförderung Schritt halten.“
Die Studie finden Sie hier.
Kontakt:
Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI)
Cem Şentürk
sentuerk@zfti.de
+49 201 3198 106
